Jobcenter-Lab wird zum innovativen Gemeinschaftsprojekt
Jobcenter-Lab wird zum innovativen Gemeinschaftsprojekt
24.
September
2020

Jobcenter-Lab wird zum innovativen Gemeinschaftsprojekt

24. September 2020

Videokonferenzen und die E-Akte gibt es bereits, doch die Digitalisierung bietet für Jobcenter noch viel mehr Möglichkeiten. Mit einer Kick-Off-Veranstaltung startete das „Innovationslabor der Kommunalen Jobcenter Hessen“ (InnoLab) im Januar 2020 mit der Teilnahme von 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunalen Jobcenter (KJC). Ziel ist es, Jobcenter-Mitarbeitende und Jobcenter-Kunden stärker in die Entwicklung neuer Tools einzubinden, den Einsatz neuer Technologien und Arbeitsmethoden zu erproben und digitale Kompetenzen zu fördern.

In einigen Bereichen des Jobcenter-Alltags ist die Digitalisierung längst angekommen: „Die E-Akte und Videokonferenzen gibt es bereits, aber die Digitalisierung bietet noch viel mehr Möglichkeiten. Das Potenzial bei den Jobcentern ist groß“, so beschreibt Baris Kayar, Mitarbeiter beim Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI), zumindest sein Empfinden. Um die Digitalisierung in den Jobcentern voranzubringen, initiierten die hessischen KJC gemeinsam mit dem HMSI das InnoLab. Das Projekt wird durch die hessische Arbeitsmarktförderung und Eigenanteile der KJC finanziert und durch einen Projektleiter, eine Koordinierungsstelle und ein Steuerungsgremium begleitet.

Die Idee: Jobcenter-Mitarbeitende in den Entwicklungsprozess rund um die Digitalisierung mit einzubinden. Denn: In ihren Köpfen stecke großes Innovationspotenzial. Schließlich seien sie es, die tagtäglich mit den Leistungsbeziehenden zusammenarbeiteten. Wenn dann wüssten also die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am besten, wo die Digitalisierung sinnvoll genutzt werden kann. Und hinter der Idee, die Betreuerinnen und Betreuer in den Entwicklungsprozess einzubeziehen, steckt noch ein anderer Gedanke. „Wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingebunden werden, motiviert das“, so Kayar. Neben den Mitarbeitenden spielen in einigen Lab-Themen auch die Kunden eine zentrale Rolle. Durch die kontinuierliche Einbeziehung der Nutzenden soll die Akzeptanz und der Nutzen für die Kunden optimal gestaltet werden. Hierbei werden moderne Arbeitsmethoden genutzt.

 

140 Mitarbeitende beim Kick-off-Event

 

Im Januar 2020 kamen schließlich 140 an dem Thema interessierte Mitarbeitende der KJC aus Hessen bei einem Kick-Off-Event zusammen. Die Mitarbeitenden konnten hierbei ihre Ideen einbringen.

In kleineren Gruppen, sogenannten Labs, sollen Ansätze wie das Design Thinking oder Gamification bearbeitet genutzt werden, um bessere Dienstleistungen und Produkte für die Jobcenter-Kunden zu entwickeln.

 

Corona und das Lab

 

„Eigentlich sollten die ersten Ergebnisse bis Ende 2020 vorliegen“, sagt Kayar. Doch aufgrund der Covid-19-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen konnten einige Arbeitsgruppen nicht zusammenkommen. „Das betrifft vor allem die Gruppen, die sich tatsächlich von Angesicht zu Angesicht treffen müssen, und bei denen eine Videokonferenz nicht zielführend ist“, sagt der HMSI-Mitarbeiter. Zwei Gruppen machen jedoch gerade in der Corona-Pandemie gewaltige Sprünge: „Die Entwicklung des Chatbots und der Erklärvideos werden derzeit stark vorangetrieben, weil sie gerade jetzt dringend gebraucht werden.

Durch die frühzeitige Einführung einer Kollaborationsplattform innerhalb des InnoLabs bereits vor der Pandemie, konnte die Kommunikation durchgehend aufrechterhalten werden. Außerdem profitierten hierdurch auch andere Gremien der beteiligten Gebietskörperschaften und des Ministeriums bei der Durchführung von fachlichen und politischen Konferenzen, durch die etablierte Software aus dem InnoLab.

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