Antrag auf Grundsicherung Lebensunterhalt
Hessen: Erste flächendeckende Studie zu kommunalen Eingliederungsleistungen in einem Bundesland
12.
Dezember
2017

Hessen: Erste flächendeckende Studie zu kommunalen Eingliederungsleistungen in einem Bundesland

12. Dezember 2017

Wie funktionieren die Strukturen der sozial-integrativen Eingliederungsleistungen bei der Grundsicherung für Arbeitssuchende? Hiermit beschäftigt sich erstmals flächendeckend für ein Bundesland eine Studie, die das Hessische Ministerium für Soziales und Integration in Auftrag gegeben hat. Das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität Frankfurt untersuchte die Kooperationsbeziehungen zwischen den Akteuren auf der Grundlage einer Befragung von Jobcentern, Kommunen und Leistungserbringern. Vorrangiges Ziel war es, fördernde und hemmende Faktoren zu identifizieren.

Die Jobcenter des Sozialgesetzbuchs II (SGB II, Grundsicherung für Arbeitsuchende) unterstützen erwerbsfähige hilfebedürftige Menschen umfassend bei der (Wieder-)Eingliederung in Arbeit. Wenn es persönliche Probleme und Hilfebedarfe im Vorfeld gibt, sieht der Paragraf 16a SGB II zusätzliche Leistungen vor. Das Ziel ist dabei eine ganzheitliche und umfassende Betreuung und Unterstützung bei der Eingliederung in Arbeit: Die Leistungen umfassen die Betreuung von Kindern und die häusliche Pflege von Angehörigen, die Schuldnerberatung, die psychosoziale Betreuung und die Suchtberatung. Kooperationspartner bei diesen Leistungen sind die Jobcenter, die Kommunen und die Leistungserbringer.

Das Ergebnis der Studie zeigt unter anderem hemmende Faktoren auf. Von den Befragten werden beispielsweise genannt: mangelnde Kontakte der Beteiligten untereinander, fehlende oder ungenaue Absprachen, mangelnder Informationsaustausch/fehlende Transparenz und fehlendes Verständnis für Arbeit und Zielsetzung der jeweils anderen Akteure.

Umgekehrt werden gute persönliche und informelle Kontakte der am Umsetzungsprozess Beteiligten als zentraler Erfolgsfaktor im Prozess der Umsetzung von sozial-integrativen Leistungen identifiziert. Dazu gehören beispielsweise auch regelmäßige Austauschtreffen ebenso wie standardisierte Verfahren der Zusammenarbeit, wenn sie die im Einzelfall notwendige Flexibilität ermöglichen. Datenschutz ist notwendig und eine sinnvolle Grundlage der Zusammenarbeit. Es gibt aber auch Unsicherheiten und unterschiedlichen Umgang damit.

Insgesamt zeichnet die Studie ein breites und vielfältiges Bild der Kooperationen vor Ort und gibt aufschlussreiche Hinweise und Handlungsempfehlungen für eine Optimierung der Zusammenarbeit. Auf Basis der so gewonnenen Erkenntnisse soll jetzt ein Austausch zwischen den Akteuren zu guter Praxis und Zusammenarbeit in Gang gesetzt werden.

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