Solarium
Schutz vor künstlicher UV-Strahlung aus Solarien

Schutz vor künstlicher UV-Strahlung aus Solarien

Die intensiv gebräunte Haut gilt hierzulande noch immer als Schönheitsideal und ist für viele der Inbegriff eines aktiven, gesunden und sportlichen Menschen. Dies war nicht immer so, am Anfang des letzten Jahrhunderts war eine vornehme Blässe en vogue. Der Wandel setzte mit Beginn der 1950er Jahre ein, als die Menschen mehr Geld und Freizeit hatten, sich in Folge dessen einen Urlaub im sonnigen Süden leisten konnten und die gebräunte Haut zunehmend zum Statussymbol avancierte. Der Sonnenbrand mit stark geröteter und anschließend sich abschälender Haut gehörte bei der heutigen Generation 40puls zu einem schönen Sommer, wie Schwimmbadbesuche oder Eis essen.

Das Märchen von der gesunden Bräune

"Bist Du aber schön braun, warst du im Urlaub?" Wer hat diesen Satz nicht schon so oder in ähnlicher Form gehört?

Um das ganze Jahr diesen Urlaubseffekt zu erleben, ist für viele Menschen der regelmäßige Gang in ein Solarium selbstverständlich. Doch seit die moderne Sonnenbank im Jahre 1975 erfunden und nach und nach zu einem Massenphänomen wurde, steht die Anwendung künstlicher ultravioletter Strahlung (UV-Strahlung) zu rein kosmetischen Zwecken zunehmend in der Kritik.

Ultraviolette Strahlung ist in höchstem Maße krebserzeugend

Auch wenn die die Ursachen für die Entstehung von Hautkrebs komplex sind, ist es zwischenzeitlich wissenschaftlich eindeutig erwiesen, dass die Exposition gegenüber natürlicher und künstlich erzeugter UV-Strahlung der größte Risikofaktor für dessen Bildung ist. Aus diesem Grund stufte im Jahr 2009 die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) UV-Strahlung generell in die höchste Kategorie krebsauslösender Faktoren ein. Somit steht die Einwirkung von UV-Strahlung auf die menschliche Haut in der gleichen Gefährdungskategorie wie die Karzinogene Asbest, Benzol und Tabakrauch. Gesunde Bräune ist, den Forschungsergebnissen zufolge, auch in einem Solarium nicht zu haben.

Da es nach Aussage der Stiftung Deutsche Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) keine Tipps zu einem Solariumsbesuch ohne mögliche spätere Schädigungen gibt, empfehlen diese Institutionen Solarien erst gar nicht zu nutzen.

Um Personen, die dennoch nicht auf einen Solariengang verzichten möchten, vor der schädlichen Wirkung künstlich erzeugter UV-Strahlen bestmöglich zu schützen, wurde im Jahr 2011 die Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen künstlicher ultravioletter Strahlung (UVSV) erlassen. Sie wendet sich an die Betreiber von Sonnenstudios und Solarien und legt die Standards für einen sicheren Betrieb von UV-Bestrahlungsgeräten fest.

Zuletzt aktualisiert am 31.05.2017