Solarium
Das sollten Sie als Nutzerin oder Nutzer von Solarien wissen

Das sollten Sie als Nutzerin oder Nutzer von Solarien wissen

Die Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen künstlicher ultravioletter Strahlung (UVSV) soll Sie als Nutzer vor mangelhaften Bestrahlungsgeräten und falscher bzw. übermäßiger Anwendung künstlich erzeugten UV-Strahlung schützen. Sie regelt den Betrieb von UV-Bestrahlungsgeräten (Solarien), die zu kosmetischen Zwecken oder für sonstige Anwendungen am Menschen außerhalb der Heil- und Zahnheilkunde gewerblich oder im Rahmen sonstiger wirtschaftlicher Unternehmungen eingesetzt werden.

Allerdings dürfen Minderjährige keine Solarien benutzen. Das Verbot ist von den Betreiberinnen und Betreibern der Solarieneinrichtungen konsequent umzusetzen. Grund dafür ist, dass das Risiko, im Erwachsenenalter an Hautkrebs zu erkranken, steigt, wenn Menschen bereits in Kindheit und Jugend verstärkt der UV-Strahlung ausgesetzt waren (insbesondere mit Sonnenbränden). Bei Kindern und Jugendlichen, die schon früh eine erhöhte Anzahl an UV-bedingten Pigmentmalen erworben haben, steigt das Risiko einer Melanomentstehung, wenn sie sich neben natürlicher UV-Strahlung (Sonne) zusätzlich künstlicher UV-Strahlung aussetzen. Schäden an den Hautzellen, die zu Hautkrebs führen können, werden vor allem im Jugendalter angelegt, wenn sich die Haut noch entwickelt.

Geräte- und betriebstechnische Anforderungen

  • Die erythemwirksame (sonnenbrandverursachende) Bestrahlungsstärke darf im Wellenlängenbereich von 250 bis 400 Nanometer nicht mehr als 0,3 Watt/m² betragen.
    Hintergrundwissen:
    Eine erythemwirksame Bestrahlungsstärke von 0,3 Watt/m² entspricht ungefähr dem Wert der stärksten natürlichen Sonneneinstrahlung auf der Erde. Diese wird in der Mittagssonne am Äquator erreicht und entspricht einem UV-Index (abgekürzt UVI) von 12.
  • UV-Schutzbrillen der Schutzstufe 2 - 5 nach DIN EN 170 müssen vom Betreiber bereitgehalten und jeder Nutzerin und jedem Nutzer angeboten werden.
  • Lässt das UV-Bestrahlungsgerät bauartbedingt variable Bestrahlungsabstände zu, dann muss sichergestellt sein, dass der erforderliche Mindestabstand eingehalten wird. Dies kann z.B. durch eine Abstandsmarkierung erfolgen.
  • Eine leicht erreichbare Notabschaltung am UV-Bestrahlungsgerät muss der Nutzerin bzw. dem Nutzer jederzeit den vorzeitigen Bestrahlungsabbruch ermöglichen.
  • Das UV-Bestrahlungsgerät muss mit einer Zwangsabschaltung ausgestattet sein, die das Gerät bei einer erythemwirksamen Bestrahlung von mehr als 800 Joule/m² automatisch abschaltet.
  • Für die Erstbestrahlung muss eine erythemwirksame Bestrahlung von maximal 100 Joule/m² einstellbar sein.
  • Der Betreiber eins UV-Bestrahlungsgerätes muss ein Geräte- und Betriebsbuch führen, in dem unter anderem die Gerätedaten und alle regelmäßig durchzuführenden Wartungsarbeiten, Prüfungen und die tatsächliche erythemwirksame Bestrahlungsstärke einzutragen sind.

Einsatz, Aufgaben, Qualifikation und Fortbildung des Fachpersonals

  • Während der gesamten Betriebszeiten der UV-Bestrahlungsgeräte muss mindestens eine als Fachpersonal qualifizierte Person zur Beratung der Kunden und Kontrolle der Geräte anwesend sein.
  • Das Fachpersonal muss der Kundschaft die sichere Einweisung in die Gerätebedienung und in die Notabschaltung anbieten.
  • Durch das Fachpersonal muss mindestens zu Beginn einer Bestrahlungsserie, ein auf die Nutzerin bzw. den Nutzer abgestimmtes Beratungsgespräch, mit dem Angebot der Hauttypbestimmung und der Erstellung eines individuellen Dosierungsplans, erfolgen.
  • Das Fachpersonal unterliegt bezüglich der Fortbildung bundeseinheitlichen Mindeststandards. Durch die Ausbildung wird es in die Lage versetzt die Kundinnen und Kunden fachgerecht zu beraten, Geräteeinstellungen vorzunehmen sowie technische Defekte der Bestrahlungsgeräte zu erkennen.

Informations- und Dokumentationspflichten gegenüber den Kundinnen und Kunden

  • Kennzeichnung des UV-Bestrahlungsgerätes mit einem Warnhinweis.
  • Aushang im Geschäftsraum mit Auflistung der Ausschlusskriterien die gegen die Nutzung eines Solariums sprechen.
  • Aushang von Schutzhinweisen in der Kabine.
  • Hinweis im Eingangsbereich des Sonnenstudios oder am Standort des Gerätes
  • "Benutzung von Solarien für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren verboten"
  • Angebot einer Informationsschrift zu den Gefahren und Risiken einer UV-Bestrahlung
  • Aushändigung der Dokumentation des Beratungsgespräches, der Hautypbestimmung und des Dosierungsplans

Ihr persönlicher Solariums-Check

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt jedem, der trotz der gesundheitlichen Risiken ein Solarium nutzen möchte, grundsätzlich selbst zu überprüfen, ob vom Betreiber auf den Gesundheitsschutz der Kunden geachtet wird. Das BfS hat hierzu eine Solariums-Checkliste veröffentlicht, die für Sie hier in leicht abgeänderter Form zum Download bereitsteht.

Zuletzt aktualisiert am 31.05.2017