Überwachung mit Monitoren
Atypische Beschäftigung

Atypische Beschäftigung

In Deutschland sind mittlerweile rund 40 Prozent aller abhängig Beschäftigten in Teilzeit, Leiharbeit oder Minijobs tätig. Seit Jahren steigt der Anteil der atypischen Beschäftigung. In Hessen richtet sich das Augenmerk insbesondere auf die Anteile der Beschäftigten in der Leiharbeit sowie die verschiedenen Formen der Teilzeitarbeit.

Die atypische Beschäftigung wird sozusagen in Gegenüberstellung zur Normalarbeit definiert. Unter Normalarbeit wird eine abhängige, existenzsichernde und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verstanden, die ohne Befristung und in Vollzeit - oder zumindest mehr als halbtags - ausgeübt wird. Unter atypischer Beschäftigung werden entsprechend solche Arbeitsverhältnisse verstanden, die in einem oder mehreren Aspekten vom diesem Normalarbeitsverhältnis abweichen.

Atypische Beschäftigung führt für den betrieblichen Arbeitsschutz zu besonderen Herausforderungen,

  • kurze Verweildauer im Betrieb, dadurch im Arbeitsschutz häufig "übersehen"
  • Beschäftigung bei mehreren Arbeitgebern und dadurch Belastungs-Überlagerung
  • gemeinsame, oft nicht hinreichend geklärte Verantwortung mehrerer Arbeitgeber
  • Belastungen, die aus diesen speziellen Beschäftigungsformen resultieren (z.B. wechselnde Einsatzorte, fehlende Routine)
  • Sprachproblematik, da ausländische Arbeitskräfte überproportional in atypischer Beschäftigung arbeiten.
  • erhöhten Arbeitsplatzunsicherheit

Aus diesen Gründen weist der Arbeits- und Gesundheitsschutz für atypisch Beschäftigte häufig Defizite auf, denn seine Instrumente sind primär auf die Stammbelegschaften oder Normalarbeitsverhältnisse ausgelegt und erreichen von daher in vielen Fällen nicht die atypischen Beschäftigungsformen.

Demzufolge stellt sich auch für die Aufsichtsbehörden für Arbeitsschutz und Produktsicherheit die dringliche Frage, wie sie auf diese Veränderungen der Beschäftigungsformen reagieren können und in welcher Weise ein gesetzlich gefordertes gleiches Niveau des Arbeits- und Gesundheitsschutzes für alle Beschäftigten sichergestellt werden kann.

Hierfür wurde eine grundsätzliche Position für das Aufsichtshandeln der staatlichen Arbeitsschutzbehörden erarbeitet.

Außerdem wurden diverse Informationen für Betriebe zusammengestellt.

Die Überlegungen stützen sich insbesondere auch auf Erfahrungen und Ergebnisse aus Schwerpunktaktionen im Rahmen von GDA-Zeitarbeit-Projekten.

Zuletzt aktualisiert am 23.01.2017