Gefahrstoffe
Asbest - eine zentrale Herausforderung für den Arbeitsschutz

Asbest - eine zentrale Herausforderung für den Arbeitsschutz

Auch mehr als 20 Jahre nach dem umfassenden Verbot der Herstellung und Verwendung von Asbest in Deutschland stellen Gebäude und Anlagen mit Asbestinventar eine zentrale Herausforderung für den Arbeitsschutz dar.

Die große Menge der asbesthaltigen Bauteile und Materialien im heutigen Gebäude- und Anlagenbestand, die große Zahl der auch heute noch durch Asbestfasern exponierten Beschäftigten, die fortlaufende Identifizierung von asbesthaltigen Materialien, deren Verwendungsform zuvor nicht bekannt war und die dramatische Entwicklung der asbestbedingten Berufserkrankungen kennzeichnen den aktuellen Handlungsbedarf. Mehr als die Hälfte aller Todesfälle innerhalb aller anerkannten Berufskrankheiten sind auf Asbest zurückzuführen und zeigen die Notwendigkeit für einen vorsorgenden Arbeitsschutz auf.

Dritter Erfahungsaustausch "Asbest" in Dortmund

Auch Jahrzehnte nach dem umfassenden Verbot der Herstellung und der Verwendung von Asbest in Deutschland ist diese stark krebserzeugende Mineralfaser immer noch allgegenwärtig. Die großen Mengen asbesthaltiger Bauteile und Materialien im heutigen Gebäude- und Anlagenbestand, die große Anzahl der Beschäftigten, die auch heute noch Asbestfasern ausgesetzt sind, und der ausbleibende Rückgang der asbestbedingten Berufserkrankungen kennzeichnen den Handlungsbedarf.

In einer gemeinsamen Veranstaltung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und der obersten Arbeitsschutzbehörden der Länder diskutierten am 16. Juni 2016 über 150 Expertinnen und Experten die Problematik, die sich durch asbesthaltige Bauteile und Materialien in Gebäuden und Anlagen ergibt. Dabei kamen mögliche Konsequenzen für die Fortentwicklung des Gefahrstoff-, Bau- und Abfallrechts zur Sprache. Die Teilnehmenden am dritten Erfahrungsaustausch "Asbest" kamen aus dem Kreis der Abfallwirtschaft, des Sanierungsgewerbes, der Wohnungs- und Bauwirtschaft, der Sozialpartner, der Unfallversicherung sowie der Bau-, der Abfall- und der Arbeitsschutzbehörden.

Im Rahmen dieses Erfahrungsaustausches wurde deutlich, dass bei vielen Baumaßnahmen im heutigen Gebäudebestand früher verbaute asbesthaltige Materialien auftreten, die dann vielfältige Probleme bei der Bauausführung zur Folge haben. Auch werden asbesthaltige Materialien bei Baumaßnahmen häufig nicht erkannt, so dass bei den Arbeiten Asbestfasern freigesetzt werden und die Beschäftigten, Bewohner und Nachbarn gefährdet sein können. Zudem führt das Nichterkennen von Asbestmaterialien bei Baumaßnahmen dazu, dass insbesondere die dabei entstehenden asbesthaltigen Abfälle nicht als solche erkannt werden. Dadurch kommt es zu einer nicht sachgerechten Entsorgung, die mit erheblichen Gefahren für Mensch und Umwelt verbunden ist.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des dritten Erfahrungsaustausches „Asbest“ waren sich einig, dass die Asbest-Problematik weiterhin eine besondere Herausforderung darstellen wird, um auch die kommende Generation vor dieser gefährlichen Faser nachhaltig zu schützen.

 

Information und Beratung

Bei Fragen, die einen konkreten Betrieb betreffen, wenden Sie sich bitte an das Regierungspräsidium der jeweiligen Region:

RP Darmstadt  und Fachzentrum für medizinischen Arbeitsschutz/Landesgewerbearzt

RP Gießen (PDF, 290 KB) und Fachzentrum für systemischen Arbeitsschutz und Arbeitsgestaltung

RP Kassel (PDF, 36 KB) und Fachzentrum für Produktsicherheit und Gefahrstoffe

Zuletzt aktualisiert am 31.05.2017
Ansprechpartner

Ulrike Manthey

Hessisches Ministerium für Soziales und Integration