LKW auf einer Straße
Gefährdungsbeurteilung "Psychische Belastung"

Gefährdungsbeurteilung "Psychische Belastung"

Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen und zu ermitteln, ob oder welche Arbeitsschutzmaßnahmen erforderlich sind. Er ist auch verantwortlich für die Umsetzung eventuell erforderlicher Maßnahmen. Dabei sind auch psychische Belastungen bei der Arbeit zu berücksichtigen. Die Beurteilung und die notwendigen Maßnahmen zur Verbesserung sind zu dokumentieren (Arbeitsschutzgesetz §§ 3 bis 6).

Bei der Gefährdungsbeurteilung handelt es sich um einen Prozess. Dieser umfasst dabei die folgenden Schritte:

  1. Festlegen von Tätigkeiten oder Bereichen
  2. Ermittlung der psychischen Belastung der Arbeit
  3. Beurteilung der psychischen Belastung der Arbeit
  4. Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen
  5. Wirksamkeitskontrolle
  6. Aktualisierung und Fortschreibung
  7. Dokumentation

Es ist nicht erforderlich, psychische Belastungen in einer gesonderten Gefährdungsbeurteilung zu behandeln, denn die Gefährdungsbeurteilung bezieht sich auf alle mit der Tätigkeit verbundenen Belastungen, die Auswirkungen auf die physische oder psychische Gesundheit haben können.

Unterstützung bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung geben die betrieblichen Fachkräfte, wie der Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit. Auch der Betriebsrat ist immer eine Anlaufstelle, bei der eine Beratung erfolgen kann. Bei der Ermittlung psychischer Belastungen und der Ableitung erforderlicher Maßnahmen sollten Beschäftigte und Führungskräfte mit einbezogen werden, da sie Veränderungen an den Arbeitsplätzen gut erkennen und häufig auch praktikable Verbesserungsmöglichkeiten vorschlagen können.

Weiterhin erfolgt Unterstützung durch die:

  • Aufsichtsbehörden für Arbeitsschutz und Produktsicherheit in Hessen
    sowie
  • die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen.

Kostenlose Informationen können außerdem bezogen werden über:

  • das GDA-Programm "Schutz und Stärkung der Gesundheit bei arbeitsbedingter psychischer Belastung"
  • die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
  • die Initiative "Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt"
  • das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)

Viele Betriebe greifen auf Beratungsangebote externer Anbieter zurück, um ein höheres Maß an Rechtssicherheit sicherzustellen. Dies ist jedoch weder gesetzlich vorgeschrieben noch in jedem Falle von betrieblicher Seite erforderlich.

Ziel der Gefährdungsbeurteilung ist die Erfassung und Bewertung der psychischen Belastung einer Tätigkeit bzw. der Arbeitsumgebung und nicht der persönlichen Stärken oder der gesundheitlichen Verfassung der Beschäftigten.

Die Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung (§ 6 ArbSchG) muss keinem festgelegten Muster entsprechen. Sie kann in Papierform oder elektronisch erfolgen.

Eine sinnvolle Dokumentation umfasst mindestens:

  • die Beurteilung der Gefährdungen
  • die Festlegung konkreter Arbeitsschutzmaßnahmen
  • Termine und Verantwortliche
  • die Durchführung oder der Bearbeitungsstand der Maßnahmen
  • die Überprüfung der Wirksamkeit sowie
  • das Datum der Erstellung oder Aktualisierung
Zuletzt aktualisiert am 20.01.2017